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Mostar files

5 Hefte in Mappe
215 x 280 mm
2007

Mostar files versammelt eine Auswahl von Arbeiten, welche im Rahmen des Bauhaus-Kolleg 2006 „UN urbanism“ entstanden:
Regina Bittner: a post war society, Gulia Carabelli: unfolding the box, Jens Volz: associates of gravity, Claudia Siegel: the birds club

Meine Arbeit, bestehend aus Text, Video und Fotografien, versucht, die komplexen und erstaunlichen Zusammenhänge der Stadt Mostar in historischen als auch zeitgenössischen Fotografien und in einfachen knappen Sätzen zu einem Portrait der Stadt zusammenzusetzen. Sie erzählt vom vergangenen und vom gegenwärtigen Zusammenleben von moslemischen Bosniaken und christlichen Kroaten in der Stadt, von der Mobilität, Bewegung und dem Perspektivwechsel.
Was zunächst wie eine »sprachlose« Begegnung mit der fremden Stadt war, gewinnt hier Sprache, Poesie und Leichtigkeit.
Ausgangspunkt des Erzählens ist ein Nachbarschaftscafé, in welchem sich die Mitglieder des Vogelzüchtervereins oder einfach nur Vogelliebhaber treffen. Man kann hier von der traurigen Tatsache erfahren, daß sich die Population der Vögel nach dem Krieg deutlich verringerte. Sie waren gezwungen zu gehen, weil ihr Lebensumfeld gestört war. Das Café, dessen Wände mit Vogelillustrationen geschmückt sind, ist im östlichen Teil der Stadt gelegen, unweit der berühmten Brücke. Mit Unterstützung der UNESCO wurde die Brücke wieder aufgebaut und steht heute als Symbol der Versöhnung von Christen und Moslems. Von der Brücke springen seit jeher die mutigsten Männer der Stadt für das Geld der Touristen oder für eine Verabredung mit einem schönen Mädchen. Der schwierigste und spektakulärste Sprung ist die »Schwalbe«.